Im freien Fall

Dieser Moment kurz bevor auf dem Rummel die Bremse ausgelöst wird und du deinen Magen spürst…

Wir gingen weiter schweigend durch die Mall. Dabei war das Schweigen nicht unangenehm, obwohl mir meine Gedanken immer wieder entglitten. Meinte Chris dies ernst oder wollte er mich nur testen. Komm setz dich dort auf die Bank sagte er mich aus den Gedanken reißend. Ich tat was er sagte.

Chris ging ein wenig abseits und beobachtete kurz die Menschen, dann ging er auf einen älteren Herrn zu. Ich schätze er war Mitte/Ende 50 und ich würde ihn als normal bezeichen. An seinem rechten Ringfinger sah ich einen Ehering blitzen. Selbst wenn Chris ihn ansprach, würde er sicherlich nein sagen. Aber wie überhaupt wollte er ihn ansprechen – da die Frau in dem Ledermantel die ist meine und sie macht was ich sage – innerlich lachte ich bei dem Gedanken.

Chris hatte gewartet mit dem ansprechen, bis ich in Hörweite war. Er war sehr selbstbewußt und das spürte man auch beim ansprechen des Mannes. Sie werden entschuldigen, aber ich kam nicht umhin ihre Blicke zu sehen, welche an meiner Freundin haften blieben. Ihnen scheint sie im Ledermantel zu gefallen? Und keine Angst ich will ihnen nichts böses, sondern wenn sie mögen sogar etwas gutes tun.

Der Mann schaute Chris etwas verduzt an. Was meinen sie genau? fragte er. Nun sie geben mir 30 €, bei dem Wert war ich geplättet, so billig wollte Chris mich anbieten, und dann haben sie etwas Private Time mit Patricia meiner Freundin in meinem Auto. Was genau, dass erkläre ich ihnen im Parkhaus, wenn sie einverstanden sind?

Nun ich habe Zeit und ihre Freundin sieht nicht schlecht aus. Gut, dann sind sie bitte in 5 Minuten im Parkhaus auf dem letzten Parkdeck. Ich warte dort auf sie. Okay sagte der fremde Mann und ging. Ich war wie vor den Kopf gestoßen und platze leise heraus, das hast du jetzt nicht wirklich gemacht?! Für 30 € mich verkauft? Ich war fassungslos, doch Chris lächelte sanft und meinte kein Problem, dann lösen wir die Verbindung auf, welche wir vorhin im Cafe geschlossen haben und alles ist gut. Warum machte er dies? Er war vollkommen gleichgültig, jeder andere Mann hätte gemeint okay war nur ein Spaß und lass uns nach Hause fahren, weil er mich nicht verlieren wollte, aber nicht so er. Diese gleichgültige Art machte mich rasend und gleichzeitig war ich gefangen.

Ich folgte ihm ins Parkhaus und wir gingen zu seinem Auto. Er öffnete es und sagte: Setz dich auf die Rückbank. Die Scheiben waren hinten komplett verdunkelt, so dass man von außen nichts sehen konnte. Zumindest das war gegeben.

Kaum saß ich im Wagen, da kam der Mann tatsächlich. Ein kurzes Gespräch und dann wechselte das Geld den Besitzer und die Tür ging auf und er stieg ein. Chris entfernte sich etwas vom Auto und lehnte sich an eine Säule.

Nun saß ich mit einem wildfremden Mann in einem fremden Auto. Ich nur im Ledermantel und sonst nichts an und er komplett angezogen, wobei sich unter seiner Hose die Erregung schon abzeichnete.

Ich wollte etwas Zeit gewinnen und begann ein Gespräch. Haben sie das schon öfters gemacht? Er schüttelte bloss den Kopf. Es ist ihnen peinlich, weil sie verheiratet sind, oder? Schnell ging seine linke Hand über den Ring – ja es ist mir peinlich, aber meine Frau trägt leider kein Leder und sie sahen so toll aus und als ihr Freund dann mir das Angebot machte… er stockte und dann brachte er mit zitternder Stimme heraus, können wir anfangen?

Da war die Konversation hin. Jetzt musste ich wohl oder übel, denn ich wollte Chris nicht enttäuschen. Die Stimme des Mannes unterbrach meine Gedanken. Dein Freund sagte, dass du zuerst mir etwas zeigst und dich dann um mich kümmerst. Bei diesen Worten strich er über die inzwischen doch sehr große Beule in seiner Hose. Mein Atem ging schneller als ich dies sah und seine Worte hörte.

Nun dann muss es wohl so sein. Langsam öffnete ich meine Schenkel und schlug die Seiten des Ledermantels weg, so dass der Fremde alles sehen konnte. Ich spürte seine gierigen Blicke, während ich begann mich zu verwöhnen. Meine Gedanken glitten in mein Bett, wo ich lag und ich mich selbst verwöhnte, wie schon sehr oft. So entkam ich gedanklich dieser Situation, obwohl ich immer noch körperlich anwesend war und spürte wie sehr ihm mein Handeln gefiel.

Denn plötzlich zog er ein Verhüterli aus seiner Hose. Das hat mir dein Freund gegeben. Mit diesen Worten öffnete er seine Hose und zog sie samt Unterhose herunter. Heraus sprang ein für mich doch enormer Phallus, sowas kannte ich bisher nicht und meine Bedenken wuchsen, besonders nachdem er noch sagte, dass er lange nicht mehr aktiv war. Er nestelte sich den Präser drüber und lehnte sich zurück. Bitte Patricia sagte er noch.

Erregt von meinem vorherigen Tun beugte ich mich hinüber und nahm ihn auf, was trotz der Größe noch ging. Ich schloss meine Augen und begann mein Werk. Nach kurzer Zeit spürte ich das vertraute Zucken und merkte dass es gleich passieren würde. Tatsächlich keinen Augenblick später röchelte es heißer über mir und der Gummi füllte sich. Ich machte noch ein wenig weiter und ließ dann ab.

Ich setze mich wieder gerade hin. Ordnete meine Haare und meinen Mantel und wollte gerade ansetzen mich von ihm zu verabschieden, als er meinte, dass noch etwas fehlen würde. Mit diesen Worten entledigte er sich des Gummis und reichte ihn mir.

Ich schaute entsetzt und wollte gerade den Kopf schütteln, als ich Chris direkt neben dem Wagen sah und er nur den Kopf schüttelte. Wie konnte er mich nur so gut lesen. Der Inhalt des Präsers war gelblich und mit Stücken durchsetzt. Er hatte anscheinend lange nicht mehr.

Ich nahm es und setzte es, wie es Chris mir vorher gesagt hatte in Höhe meiner Brüste auf das Leder meines Mantels. Langsam stülpte ich es herum und der Inhalt leerte sich langsam auf meinen Ledermantel. Das Leder verfärbte sich dunkel. Die Fäden bildeten eine Spur und liefen über die Rundungen herunter. Ekel durchzog mich und ich wollte nur noch weg, aber dazu musste ich…so griff ich hinein und verrieb das Ergebnis meines Tuns komplett auf meinem Ledermantel bis nichts mehr zu sehen war.

Der fremde Mann stieg aus und nickte Chris zu. Dann verschwand er. Ich stieg aus und schwankte leichte. Sofort fing er mich und hielt mich fest. Tränen stiegen in meine Augen und benetzten ihn. Ich spürte wie seine Hand meine Haare streichelte und er mich hielt. Du warst wundervoll sagte er und nun fahre nach Hause und verarbeite deine Eindrücke. Ich melde mich morgen bei dir.

Als ich zum Auto ging, spürte ich meinen Magen, wie er sich heben wollte, wie kurz vor dem freien Fall auf dem Rummel.

Ich falle und werde aufgefangen

Scham ist etwas, was uns anerzogen wird und gegen das wir uns nur schwer stellen können.

Ich glaube mein Kopf war am explodieren und mir war abwechselnd heiß und kalt und er saß freundlich lächelnd mir gegenüber. Seine Worte halten in meinem Kopf wieder. Vertrauen. Vertrauen ist gut, aber was er verlangte, ging nach meiner Vorstellung überhaupt nicht.

Nun wir können das Ganze auch beenden, hier und jetzt, dann haben wir uns kennengelernt, uns nett unterhalten und gehen einfach auseinander, ohne das wir aufeinander sauer sind, meinte Chris. Ich war wie gefangen in meinem Gedankenkarussel. Einerseits nein, andererseits ja. Eine Stimme in meinem Kopf sprach zu mir, du hast dich soweit getraut, warum tust du es nicht. Du wolltest die Verantwortung abgegeben und das setzt Vertrauen desjenigen voraus, der diese dann trägt.

Also gut ich tue es, sagte ich leise. Chris nickte nur. Wo fang ich an? Ist es egal, was ich dir zuerst zeige? Das ist dir überlassen Patricia, kam seine Antwort. Nun gut dachte ich mir, zwar ist untenherum peinlicher, aber hier hinten dürfte es weniger auffällig sein. Ich wartete ab, bis der Kellner wieder außer Reichweite war und dann spreizte ich meine Beine unter dem Ledermantel und schlug ihn zu Seite. Ich sah seinen Blick und ein kurzes Nicken was Zufriedenheit signalisierte. Schnell schlug ich den Mantel wieder zurück und schloss meine Beine. Puhh geschafft dachte ich mir.

Aber nun der zweite Teil der Aufgabe. Ich wusste, dass es dafür nur einen Weg gab. Ich schaute mich um, der Kellner weit weg. Auf der Damentoilette war auch keiner, da war ich mir sicher, aber bei den Herren… Was ist Patricia ich hatte dir eine zweiteilige Aufgabe gestellt. Seine Worte rissen mich aus meinen Gedanken. Ich überlegte noch kurz und dann knöpfte ich den ersten Knopf des Mantels auf, dann musste noch der zweite Knopf dran glauben, denn sonst hätte man nichts gesehen. Als auch der offen war, schlug ich den Kragen etwas zur Seite und wieder nickte er zufrieden. Schnell schloss ich den zweiten Knopf wieder und war gerade dabei den obersten Knopf zu schließen, als ein ältere Herr aus der Männertoilette kam und so wie es mir vorkam, wissend lächelte. Mir schoss das Blut in den Kopf.

Wundervoll! Jetzt weiß ich, dass du mir vertraust und keine Angst er hat nichts gesehen. Damit spielte er auf die gerade abgelaufene Begegnung an. Er fand dich einfach nur in deinem Ledermantel schick, wie sicherlich viele Männer hier im Einkaufscenter. Dabei lächelte er geheimnissvoll. Er winkte den Kellner heran und bezahlte. Ich hoffe du hast noch ein wenig Lust mit mir durch das Center zu bummeln Patricia. Dabei stand er auf und bot mir seinen Arm an, welchen ich dankbar annahm, da ich von dem vorherigen Geschehen, doch etwas aufgewühlt war.

Wir gingen langsam durch das Center. Chris sagte eine Weile nichts und dann meinte er, dass noch eine Aufgabe anstehen würde. Ich schaute ihn an. Doch seine Augen ruhten auf mir ganz still und ich spürte seine Ruhe und Gelassenheit. Er spielte mit mir hier komplett und ich begann innerlich zu zerfließen. Darf ich fragen, was du für eine Aufgabe mir zugedacht hast Chris. Natürlich darfst du und ich erkläre dir auch gleich was es sein wird.

Wir gingen ganz normal weiter, bloss das ich leicht bekleidet war und er komplett angezogen. Dabei erzählte er wie beiläufig meine nächste Aufgabe. Du hast sicherlich die Blicke der Männer bemerkt, welche die die ganze Zeit treffen. Ja die hatte ich bemerkt. Das ist aber nicht, weil sie wissen, wie du drunter angezogen bist, sondern weil sie den Reiz empfinden, der von dir in dem Ledermantel ausgeht. So weit hatte ich es verstanden, aber was wollte er von mir. Meine Gedanken kreisten schon wieder, ich war vollkommen in diesem Karussel.

Seine nächsten Worte holten mich wieder in das Hier und Jetzt. Ich werde jetzt einen Mann heraus suchen und ihm anbieten, dass du ihn mündlich mit Kondom selbstverständlich verwöhnst und dich dabei selber verwöhnst. Anschließend wirst du den Inhalt des Präsers auf deinen Ledermantel entleeren und es komplett einreiben. Er zahlt dafür eine entsprechende Summe. Das Ganze passiert in meinem Auto im Parkhaus und ich stehe als Absicherung dabei…+

Scham ist die Grenze, aber wir überschreiten sie auch manchmal, weil wir nicht anders können, getrieben von dem dunklen Tier der Lust.

Das Treffen

Die eigenen Gedanken können die schlimmste Folter sein und wenn der eigene Kopf noch als Gefängnis für diese Gedanken dient, dann ist man fast hilflos.

So erging es es mir die nächsten 2 Tage nach dieser Nachricht von ihm. Natürlich war ich immer mal wieder online, aber er war nicht da und auch keine Nachricht vom ihm. Der Alltag half mir ganz gut, die Gedanken zu verdrängen, aber in stillen Momenten da waren sie da und quälten mich. Ich eine attraktive selbstbewusste Frau sollte mich so kleiden und mich mit einem wildfremden Mann treffen. Was da alles passieren könnte?

Andererseits er hatte einen öffentlichen Ort vorgeschlagen, wo man sicher war. Und wie wollte er es kontrollieren, ob ich nicht doch etwas drunter habe, was er nicht erlaubt hatte, das würde an so einem Ort nicht gehen. Alle diese Gedanken gingen immer und immer wieder durch den Kopf, ohne das ich eine Lösung gefunden hätte. Ich die sonst rational dachte und Sachverhalte klar analysierte, war in diesem Zusammenhang wie paralysiert.

Der dritte Tag kam. Mein Mann war schon zur Arbeit gefahren. Die Kinder nutzten die Schulferien, um bei Freunden zu schlafen und auch ich hatte noch Ferien. Ich stand auf und machte mir einen Kaffee. Es war gegen halb 9. In zweieinhalb Stunden sollte das Treffen sein. Gerade wollte ich den Rechner anmachen und ihm schreiben, dass es nichts wird, da ich mich nicht traue und nicht bereit bin, da machte ich halt, denn ich drücke mich normalerweise nicht vor unangenehmen Aufgaben und dies war halt auch nur eine. Außerdem wollte ich sehen, ob er den Mut hatte zu kommen.

Kurz vor halb 11 war ich soweit. Ich hatte mich entsprechend fertig gemacht und zog mich nun entsprechend seinen Anweisungen an. Zuerst die Nylons, dann die Hebe. Als ich den Mantel drüber zog, kam ich mir komisch vor, denn es fehlte etwas. Ich knöpfte den Ledermantel zu und machte den Gürtel fest, dann kamen die Stiefel. So stand ich jetzt vor dem Spiegel und betrachtete mich, ob auch wirklich nichts zu sehen war. Nein man konnte nichts sehen.

Die Fahrt im Auto kam mir wie im Tunnel vor. Es zog mich zu dem Einkaufszentrum. Mein Auto stellte ich im Parkhaus ab und ging Richtung des benannten Cafes. Dabei herrschte pures Chaos in meinem Kopf. Ich dachte alles Menschen die mich sehen, wissen das ich nichts drunter trage, was natürlich völliger Blödsinn war. War ich sonst, wenn ich Leder trug, immer selbstbewusst, so kam ich mir jetzt wie ein junges Mädchen auf dem Weg zum ersten Date vor. Fünf Minuten vor 11 Uhr und ich war da. Unsicher stand ich herum. Dadurch wurde diese Enge und Beklemmung in mir noch intensiver. Ruhig atmen Patricia, sagte ich zu mir und beschloss mich schon hinzusetzen. Wenn er wirklich kommen sollte, dann würde er mich finden. Ich setze mich in den hinteren Bereich des Cafes in eine schöne runde Sofaecke.

Ich schaue auf die Uhr des Cafes. Eine Minute vor 11 Uhr. Der Kellner kommt und fragt mich was ich haben möchte. Ich bestelle mir einen großen Milchcafe. Als der Kellner geht steht er plötzlich da. Genau wie beschrieben. Kein super attraktiver Mann, aber er hat das gewisse Etwas. Hallo Patricia es freut mich dich nun endlich persönlich kennenzulernen und noch mehr freut es mich, dass du dich getraut hast zu kommen. Ich lächle zurück und meinte, dass es ein ziemlicher Kampf gewesen sein, wirklich zu dem Treffen zu kommen und dazu noch so gekleidet.

Der Kellner bringt den Milchcafe und für ihn einen großen Kaffee. Nachdem er wieder gegangen ist, werde ich genau gemustert. Wie darf oder muss ich dich den ansprechen, frage ich ihn. Es reicht mit meinem Namen kommt zurück. Ich bin Chris, sagt er freundlich lächelnd. Dann unterhalten wir uns ganz normal, über den Bereich des BDSM und er gibt mir Einblicke in sein Denken und Handeln. Nach gut einer Stunde und einem weiteren Milchcafe meint, er dann zu mir, also erschienen bist du, aber hast du auch alles erfüllt, wie es mein Wunsch war oder hast du versucht zu schummeln? Ich lächle und sage selbstbewußt, dass ich natürlich so gekleidet bin, wie er es gewünscht hat.

Jetzt werde ich von ihm mit seinen nächsten Worten überfahren. Ich fühle mich wieder wie im Tunnel, bloß das ich diesmal auf den Zug schaue, welcher auf mich zugerast kommt. Nun Patricia Worte kann mein einfach sagen, aber nur wenn man die Worte überprüfen kann, dann werden sie zu einer gewichtigen Wahrheit, welche Vertrauen schafft und Vertrauen zwischen uns ist nötig, denn sonst hat dies alles keinen Sinn, denn im BDSM geht es um Vertrauen. Also möchte ich sehen, dass du genau das drunter anhast, was ich gesagt habe. Mir wird heiß und kalt zu gleich, alles dreht sich. Ich stammle leise zu ihm, hier und jetzt im Cafe? Und wo da auf der Toilette?

Bei seiner Antwort merke ich, wie fast dumm ich war. Patricia wir haben doch darüber gesprochen, dass es um der Erfahren von Grenzen geht. Nicht auf der Toilette, dass ist wie in einem billigen Schmuddelfilm, sondern hier und jetzt…

Der Boden wurde mir unter den Füßen weggezogen und ich begann zu fallen. Mein Gehirn wurde wieder zum Gefängnis und die Gedanken zur Folter.

Das Kennernlernen

Manchmal lohnt sich ein zweiter Blick um zu erkennen, dass die Fassade zwar schmutzig ist, aber der Kern rein und klar und das die Suche hier enden kann, aber nicht zwangsläufig muss. Trotzdem sollte man sich den klaren Kern anschauen, damit man weiß, ob die Suche hier endet.

Ich hatte die freche Mail vor mir und wollte sie gerade löschen und dann endlich aus dieser Plattform mich für immer verabschieden. Doch mein kleiner Teufel meldete sich wieder und flüsterte mir die folgenden Worte ein, welche dann ihren Weg auf den Bildschirm fanden und gesendet worden – Wie kommst du darauf? Patricia.

Eine Weile geschah nichts und ich wollte mich schon ausloggen, doch dann blinkte der Briefumschlag auf und ich öffnete ihn.

Ich komme ganz einfach darauf, denn wer solche Sätze schreibt, weiß nur zu gut warum er sich angemeldet hat, denn umsonst tut man eine solche Handlung nicht, besonders wenn man sich auf einer Erotikplattform anmeldet. Jetzt gilt es nur noch herauszufinden, was dein Begehr ist. Aber ich tippe einfach mal – du bist auf der Suche nach Mr. Right, wo du dich fallen lassen kannst und mal nicht stark sein musst, sondern schwach und verletzlich. Liege ich falsch, dann verzeihe mein frech dominantes Anschreiben. Der Dominus

Mir wurde heiß und kalt zugleich. Mein Laptop wäre fast heruntergefallen. Was bildet er sich ein?, so stellte ich mir die Frage, gleichzeitig aber auch wissend, dass er Recht hatte, aber auch immer noch bei klaren Verstand, dass er es mit einer 50 prozentigen Chance probiert hatte und damit nun bei mir ins Schwarze traf.

Ich wollte ihm gerade schreiben, dass ich ihm später antworte, als das Telefon klingelte. Mein Mann meldete sich und meinte, dass sie noch zu seiner Tante fahren würden und erst nach dem Abendbrot wieder da wären. Ich weiß nicht, ob ich ihn dafür im Nachhinein verfluchen soll, aber damals tat ich es nicht, denn so hätte ich noch mehr als 7 Stunden Zeit meine Gedankenwelt wieder in Ordnung zu bringen, indem ich diesen Dominus entlarve und dann habe ich meine Ruhe und meine Bestätigung. Zwar wäre ich dann immer noch grüblerisch, aber es wäre gut so.

„Nein so falsch liegst du da nicht, aber ob es diesen einen Mr. Right für mich gibt, wage ich zu bezweifeln, denn ich bin im Alltag immer sehr stark und muss meine Frau sowohl im Alltag als auch Privat stehen. Patricia“. So nun werde damit mal fertig, dachte ich mir.

Keine 5 Minuten später blinkte wieder der Briefumschlag – ich weiß nicht, ob ich dein Mr. Right bin, aber dies kann man nur heraus finden, wenn man sich näher kennenlernt und bereit ist die harte Schale des Internets fallen zu lassen und sich öffnet. Erzähl mir von dir und deinem Mann, wie ist es zwischen euch intim gesehen? Der Dominus.

Verdammt warum hatte ich geschrieben, dass ich verheiratet bin. Meine Gefühle fuhren Achterbahn. Ich wollte hier raus und gleichzeitig doch mich öffnen. Einem fremden Mann irgendwo hinter einem Rechner Zugang zu meinem innersten Empfinden geben, mehr jedoch nicht. Was ich damals nicht wusste, dass er ganz viel Erfahrung hatte und ich bereits mit dem ersten Anschreiben in seinem Netz der feinsinnigen Dominanz gefangen war, wie die Fliege im Netz der Spinne.

In den nächsten 3 Stunden entspann sich eine intensive Kommunikation an deren Ende wir beide ganz viel voneinander wussten. Er kannte meine sexuelle Entwicklung, mein Eheleben, meine gesamte Garderobe, er wusste wie ich lebe, was ich arbeite, aber nicht wo – so sorgfältig war ich dann doch. Aber auch er öffnete sich 45 Jahre 1,90 Meter groß 90 kg normal gebaut, seit rund 15 Jahren als Dominus unterwegs, beruflich in der IT – Branche als Selbstständiger unterwegs.

Er blockte nie, wenn ich etwas fragte und ich spürte, dass ich keinen Macho gegenüber hatte, sondern jemanden der mich gefangen nahm. Die Zeit schritt fort und ich merkte, dass bald meine Familie zurückkehren würde und so wollte ich mich gerade verabschieden, als er wieder schrieb „Kleiderordnung erstes Treffen: Büstenhebe, Strapse, deinen schwarzen Lederstiefel und dein dunkelbeiger Ledermantel, sonst nichts. So erscheinst du zu unserem ersten Treffen.“ Als Ort nannte er ein Cafe in einem Einkaufscentrum und er nannte ein Datum und eine Uhrzeit. Es sollte in 3 Tagen passieren.

Ich war geschockt und ich schrieb nur gib mir Zeit. Die Antwort kam prompt: Ich bin bis zu diesem Datum nicht hier mehr in dieser Plattform. Du weißt wie ich aussehe und ich weiß wie du aussiehst und was du zu tragen hast. Erscheinst du anders gekleidet gehe ich. Kommst du nur um zu sehen, ob ich komme und gibst dich nicht zu erkennen, dann wirst du auch hier keinen Kontakt mehr haben. Der einzige Weg mich zu treffen, ist die Einhaltung der Kleiderordnung.

Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Nach dieser Nachricht ging der Onlinestatus des Dominus auf offline. Da saß ich nun und hatte einen Weg aufgezeigt bekommen, den ich unmöglich gehen konnte. Ich schaltete den Rechner aus.

Meine Gedanken rauschten und ich weiß wie schrecklich die nächsten 2 Tage waren.

Der Anfang

Es ist nie einfach einen Anfang zu finden, denn manches liegt zurück und ist mit einer beeindruckenden Klarheit beschlagen, andere Dinge liegen im Dunst der Zukunft.

Da man zwar immer nach vorne blicken soll, dies aber nie ohne Blick in den Spiegel der Vergangenheit tun kann, fange ich einfach am Anfang der Suche an.

Es war ungefähr zur selben Zeit, wie sie gerade herrscht. Die Feiertage waren vorüber und wie immer waren sie schön und doch breitete sich ein Gefühl in mir aus, welches mir nicht vollständig klar war. In ruhigen Momenten versuchte ich zu ergründen, was diese Gefühl zu bedeuten hatte. Immer wieder landeten meine Gedanken bei mir als Person – Patricia, 42 Jahre, seit 14 Jahren verheiratet, 2 Kindern, in einem mir gehörenden Haus wohnend, Mann gut verdienend, ich gut verdienend. Klingt alles sehr gut. Ansonsten war ich im Haushalt die führende Persönlichkeit, obwohl dies nicht so meine Rolle war, aber ich nahm sie an. Dieselbe Rolle hatte ich in dem Sexleben mit meinem Mann. Es war nicht schlecht, aber mehr auch nicht. Das war die Bestandsaufnahme und immer wieder machte ich in diesen Tagen diese Aufzählung und auch einen Tag vor Silvester als ich mich mit meiner Arbeitskollegin traf, kam genau diese Rechnung auf.

Ich weiß noch wie sie lächelte und meinte, dir fehlt ein guter Liebhaber. Ich stritt dies energisch ab, denn ich war ja eigentlich glücklich und wollte dieses Glück nicht gefährden. Sie meinte doch genau das sei es, was ich brauchen würde. Ich solle es einfach mal probieren. Dann zeigte sie mir auf ihrem Handy ein Portal. Eines von vielen einschlägigen Portalen, wie sie meinte, aber auf diesem sei sie angemeldet und habe auch schon einige schöne intensive Treffen gehabt.

Du bist doch aber frisch geschieden und nicht wie ich in einer Bindung, welche ich nicht gefährden will, erwiderte ich. Ach weißt du wieviele gebundene Frauen sich hier angemeldet haben und das auch angegeben haben. Sie ließ nicht locker, aber irgendwie schaffte ich einen Themenwechsel und wir tranken einfach unseren Milchcafe weiter und redeten über verschiedene Dinge und zum Glück nicht nochmal über den Beginn der Unterhaltung.

Trotzdem ließ mich dieses Gespräch nicht los und brannte sich in meinen Kopf. Ich weiß noch, wie ich gegen diese Gedanken kämpfte, wenn ich alleine war, aber zum Glück war das Silvester und Neujahr nicht so, doch dann kam der 2.1.2017. Mein Mann und die Kindern waren baden gefahren. Ich konnte nicht mit, da gerade unpässlich war.

Ich habe versucht die Gedanken so gut es ging zu verdrängen und im Haus aufgeräumt und Staub gesaugt und die Wäsche gemacht, aber nach etwa 2 Stunden war ich fertig und ich saß in meinem Lieblingssessel den Laptop auf den Knien. Es wirkt im nachhinein kitschig, aber das Bild des Engels und des Teufels auf den Schultern, war komplett erfüllt und es gewann der Teufel – seit langer Zeit mal wieder und so öffnete ich die besagte Seite, welche meine Arbeitskollegin mir gezeigt hatte.

Zunächst sah ich mich ein wenig um, aber um tiefer reinschauen können, musste man ein Profil anlegen. Ich scheute mich total meine Daten einzugeben, aber wenn ich mehr wissen wollte, musste man dies tun. Und ich wollte ja mehr wissen, um dann zu entscheiden, dass es nichts für mich sei – so dachte ich wie immer völlig rational und logisch. Dabei war ich mir sicher das mein Verstand mich genau so leiten würde. Also Daten eingeben 172cm, 65kg schulterlanges blondes Haar, grüne Augen und die obligatorischen Daten wie Körbchengröße und ob man intim etwas zu verbergen habe oder alles einsehbar war. Den Rest konnte man noch später eingeben, lediglich einen Grund warum man hier war, musste man noch eingeben. Ja was war eigentlich der Grund hier zu sein? Also gab ich ein „Ich habe keine Ahnung warum ich hier bin.“.

Anmeldung abgeschlossen und los kann es gehen, so schrieb mir die Seite. Ich schaute mir verschiedene Sachen und Profile an und kam sehr schnell zu der Ansicht, dass ich hier falsch war. Doch dann blinkte der Posteingang, gerade als ich mein Profil wieder löschen wollte, denn es sollte ja keine Datenleiche herumschweben und irgendwelchen Menschen Hoffnung machen, da bin ich sehr ordentlich.

Innerlich hin und her gerissen glitt der Zeiger der Maus auf den blinkenden Button und ich öffnete die Nachricht, welche mein Leben bis heute beeinflusst und mich an diesen Punkt geführt hat, wo ich beginne dieses Tagebuch zu schreiben. Es stand einfach nur in der Nachricht „Du weißt sehr gut warum du hier bist, doch dir fehlt die Stärke es dir einzugestehen. Der Dominus“.

Das war der Anfang von etwas wundervollen, aber auch erschreckenden, mich an meine Grenzen führenden, welches bis zum heutigen Tage wirkt und wahrscheinlich noch viel weiter in die Zukunft wirken wird, als ich es durch den Nebel der Zukunft sehen kann.